"20 Jahre Lungentransplantation" Symposium und Feier - 20 Jahre LTX - Seite 2

Mit der Größe und den parallel laufenden Forschungsprogrammen entwickelte sich auch die Erfolgsquote. 83% der nach 2000 transplantierten Wiener PatientInnen leben mindestens 1 Jahr, 65% mindestens 5 Jahre, vergleichsweise liegt das 1-Jahresüberleben in Deutschland bei 70%. Wesentlich für Klepetko ist allerdings nicht nur die Überlebensdauer mit der fremden Spenderlunge, sondern die neue Lebensqualität, die dadurch erlangt werden kann: „Je nach Gesamtkonstitution erhalten viele unserer PatientInnen durch eine Transplantation fast uneingeschränkte Mobilität. Viele können sogar wieder ihrem Beruf nachgehen und sich ich ihrer Freizeit sportlich betätigen.“

Mit der laufenden Entwicklung der Operationstechnik einerseits und den Abstoßungsbehandlungen andererseits haben sich auch die Indikationen, bei denen mit einer Fremdlunge geholfen werden kann stark ausgeweitet. Heute sind COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Emphysem (irreversible Überblähung der Lungenbläschen) mit 35% die größte Indikationsgruppe. 20% der PatientInnen leiden an einer Lungenfibrose, eine Erkrankung des Lungengewebes, 15% an Cystischer Fibrose, eine angeborene Stoffwechselerkrankung, etwa 8% an Lungenhochdruck. Besonders die Anwendung bei Cystischer Fibrose, die mit massiven Infektionen der Lunge einhergeht, war eine wichtige Entwicklung, da sie den meist besonders jungen PatientInnen erstmals eine wirksame Therapie im fortgeschrittenen Stadium ihrer Erkrankung anbietet. Wachsend ist die Gruppe der Akkuttransplantationen. 18% der LuTX-PatientInnen sind vorwiegend junge Menschen, die nach unvorhergesehener Verschlechterung einer chronischen Krankheit transplantiert werden.

Eine wesentliche Säule des Wiener Erfolgs ist dabei die Verfügbarkeit und der effiziente Umgang mit den Spenderorganen. Bereits früh hat Klepetko die zentrale geographische Lage genutzt um in sogenannten „Twining Agreements“ unter der Aufsicht von Eurotransplant, der Europäischen Transplantationsgemeinschaft, Kooperationen mit Tschechien, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Kroatien, Rumänien, Estland Griechenland und Zypern aufzubauen und so ein multinationales, nach außen offenes Programm entwickelt. Durch diese sogenannte „Transborder Care“ haben PatientInnen dieser Staaten, die über kein eigenes Programm verfügen, Zugang zu einer LuTX in Wien. Ein Drittel der PatientInnen und zwei Drittel der Spenderorgane kommen dabei aus diesen Ländern.

Operationstechnische Entwicklungen, wie die komplette Teilung eines linken Lungenflügels und Verwendung für eine beidseitige Transplantation oder Technologische Errungenschaften, wie der Einsatz des extrakorporalen Oxygenierungssystems (ECMO) im Rahmen einer Transplantation, bei dem die Wiener Gruppe weltweit führend agiert, optimieren den Einsatz der verfügbaren Spenderorgane. Als Resultat warten Wiener PatientInnen nur halb so lange als im übrigen Eurotransplant-Raum auf eine Lungentransplantation (182 gegenüber 359 Tage). Auch die Mortalität auf der Wiener Warteliste ist entsprechend niedriger (6% gegenüber 10,5%).

Die 20-jährige Erfolgsstory des Wiener Lungentransplantationsprogramms war zentrales Thema eines Symposiums am 13.11. im AKH-Hörsaalzentrum.

 

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